Internationales Haus Sonnenberg e.V.
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23.11.2016

Die Niederlande in der EU : führende Nation oder Querulant ?

Diese Tagung war die vorletzte in einer Reihe von Veranstaltungen in sieben europäischen Ländern im Rahmen des ISA Projekts  ‘My! Europe’, über 70 Teilnehmer_innen aus fünf Europäische Länder haben an dieser Konferenz teilgenommen.

Während der Eröffnungsveranstaltung wurden die Teilnehmer_innen gefragt, was die EU für sie persönlich bedeutet,, welche Erfahrungen mit der EU für sie wichtig waren. Diese Erfahrungen wurden anschließend mit einander ausgetauscht.. 

 Der Donnerstag 27.10.2016 stand im Zeichen von Geschichte und Organisation der EU. Marja Quillinan-Meiland von dem ‘Haus von Europa’ in Den Haag nahm uns mit in die Zeit als die EU gegründet wurde und zeigte auf, welche Ideale damals eine Rolle spielten.

Matthijs Lok und Robin de Bruin, beide Dozent en für Moderne Europäische Geschichte an der Universität von Amsterdam, gaben einen Überblick der Entwicklungen innerhalb Europas, die zur EU geführt haben. Einer der interessanteste Schlussfolgerungen war  ihre Aussage ‘dass die EU eine Fortsetzung des Napoleonischen Kaiserreichs ist’.

Eine gemäßigte Haltung bietet der EU eine wesentliche Möglichkeit, sich weiter zu entwickeln. 

Am Freitag 28.10.2016 fand die Begegnung der Generationen statt: 25 Gymnasiasten teilen ihre Europäische Erwartungen, Hoffnungen und Befürchtungen mit 45 erwachsenen Teilnehmer_innen. Sie präsentieren sich in Arbeitsgruppen über Europäische Themen (z.B. Flüchtlinge, Türkei). Journalist Friso Wiersum war der Moderator. Er benutzte unterschiedliche Arbeitsformen um die Generationen zu aktivieren. Die erwachsenen Teilnehmer_innen waren sehr begeistert über die Teilnahme dieser Schulgruppe. 

Bernard Naron war Berater im Europa-Parlament und referierte über Europa und die Niederlande in einer Zeit von unaufhaltsamer Globalisierung. Er hielt ein Plädoyer für die Erhaltung von Frieden, Stabilität und Wohlfahrt in der EU durch die Entwicklung  eines neuen Modells von europäischer Solidarität. Dieses neue Modell soll sich von der neoliberalen Praxis distanzieren, die aktuell in Europa durchgeführt wird.

Am Samstagnachmittag informierte Klaas van Egmond - Mitglied der ‘EU Plattform Zeist’ - die Teilnehmer_innen über die Ideen dieser Gesprächsgruppe. Sie sind verfasst im Memorandum 'Europa für die Bürger’. Kerngedanke ist die Realisierung einer neuen Europäische Renaissance die sich auf ein gemeinsames Wertesystem und eine davon abgeleiteten Moralität beruft: Um aus Europa eine Wertegemeinschaft zu machen, muss es nur seine kulturellen Wurzeln neu überdenken.

Mehr Europäische Werte und mehr Bildung, zwei Schlüsselbegriffe die in der Auswertung der Tagung formuliert wurden. Die Teilnehmer_innen der niederländischen Tagung hoffen dass die Schlussfolgerungen Eingang  in die Abschlusskonferenz des My!Europe Projekts finden werden!

Kontakt der Kontinenten   Soesterberg   Niederlande 26. – 30. Oktober 2016