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Also das ist ja mal etwas Neues für uns im IHS: Ausmisten! Genau so hat der Chef das formuliert und wir sind ausnahmslos alle sehr dankbar dafür!

Da begannen wir also zunächst mit den Broschüren, die teilweise bereits Jahrzehnte hier lagerten, Akten, die nicht mehr aufgehoben werden mussten, aber wo es wohl offenbar immer am Geld fehlte, sie zu entsorgen. Das müssen ja extra Container sein, in die dann der Ordner samt Inhalt gelegt und  fachgerecht entsorgt werden kann. Technik, die museumsreif, Matratzen, die in den ehemaligen „Chill- Out-Zonen“ im Haus B schon lange lagerten, abgenutztes Geschirr, alte Möbel, die nach einem scharfen Blick bereits zusammenzubrechen drohten, all dieses Zeugs, das unser Haus belastete und die Einlagerung der notwendigen Dinge erschwerte.

Halbherzige Versuche an mehreren Stellen und Winkeln des IHS gab es wohl immer mal, bloß zu Ende hat das niemand je geführt. So fühlte es sich zumindest an, als wir aus allen möglichen Teilen und „Katakomben“ des IHS Dinge zusammentrugen, in fröhlicher Einigkeit, um diesem alten Kram Herr und ihn schließlich loszuwerden.

Die besondere Schneelage seit Ende Januar verlangte uns direkt noch extra-Geduld ab, weil die vielen Container gar nicht bereitgestellt werden konnten und auch zu- und eingeschneit wären. Irgendwann war es dann aber soweit: Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben die Akten in die Container verladen, alles an unnützem oder kaputtem Zeug in anderen Containern verstaut, alles gereinigt und gefegt, selbst die hintersten Winkel, die, von der überflüssigen Last längst vergangener Jahrzehnte befreit, förmlich aufgeatmet haben.

Dann gab es die Hilights: Staunen ob der enormen Anzahl von selbst publizierten Schriften zu allen Themen der Weltpolitik, der Menschen- und Frauenrechte, der Auseinandersetzung mit den Dingen, die immer noch nicht in Ordnung waren in der Welt. Alte Filmrollen, jede Menge Dias aus längst vergangenen Tagen, Karikaturen, Zeichnungen von Tagungsteilnehmern, Bilder, selbst „Ölschinken“. Alles wurde gefunden, gesichtet, sortiert.

Die Idee entstand, einige der Zeichnungen und Bilder zu verkaufen. Zu kleinem Preis, hoffend, dass das eine oder andere Werk eine Liebhaberin, einen Liebhaber findet, vielleicht schon gleich, vielleicht zu kommenden Tagungen, wenn wir wieder „durchstarten“ dürfen … nach dieser schrecklichen Warteposition, die uns alle so sehr beschränkt.

Gerade für das IHS, das immer international, bunt, fröhlich, den Menschen zugewandt war, ist es eine besondere Herausforderung, „so still“ zu sein!
Selbst in den 60ern waren aller Herren Länder vertreten, indische Frauen waren Teilnehmerinnen, arabische und israelische zwischen englischen, deutschen, dänischen, finnischen Teilnehmer*innen, die sich hier trafen und diskutierten. Wie teuer muss für die afrikanische Delegation die Anreise hierher in den Harz gewesen sein?

Was mich beim Betrachten und neu sortieren dieser Fotos besonders berührte: Ablichtungen von selbstbewussten Frauen, in ihnen Trachten oder Lieblingsstücken, in schicken Kostümen, am Rednerpult stehend, lebhaft diskutierend und gestikulierend, gehört werdend! Beim Diskutieren, fröhlichem Essen, Spaziergengehen in der Natur rund um das IHS an den Aktivitäten teilnehmen konnten, zu Zeiten, als Frauen auch hier und anderswo oft einfach übersehen oder höchstens als „Schmuckstück“ angesehen wurden. Wie bunt und schön war die Welt des IHS bereits damals! Und wie emanzipatorisch und weltgewandt!

Es erfüllt mich mit Freude, viele Jahre später, noch immer Teil dieses Kosmos zu sein, der Menschen verbindet und Unterschiede interessant macht und nicht trennt, sondern zusammenbringt!

IHS im Februar 2021
Sylvia Wiedemann
Veranstaltungsorganisation

Thoughts while cleaning up …

So that’s something new for us at IHS: mucking out! „Ausmisten“ is exactly how the boss put it and we are all very grateful for it, without exception! So we started with the brochures, some of which had already been stored here for decades, files that no longer had to be kept. There was obviously always a lack of money to dispose of them. There have to be extra containers in which the folder and its contents can be placed and then properly disposed of.

Also technology that is ready for a museum, mattresses that have long been stored in the former “chill-out zones” in House B, messed up dishes, old furniture that threatened to collapse after a sharp look, all this stuff that polluted our house and made the storage of the necessary things difficult. There have always been half-hearted attempts at several places and corners of the IHS, but nobody has ever brought them to an end. At least that’s what it felt like when we gathered things together from all sorts of parts and „catacombs“ of the IHS, in happy unity, in order to finally get rid of this old stuff.

The special snow conditions since the end of January demanded extra patience, because the containers could not be put down and would have been closed and snowed in. At some point, however, the time had come: all employees loaded the files into the containers, stowed all useless or broken stuff in other containers, cleaned and swept everything, even the farthest corners were freed from superfluous burden of decades and have literally breathed a sigh of relief.

Then there were the hilights: amazement at the enormous number of self-published writings on all topics of world politics, human and women’s rights, the discussion about the things that were still not in order in the world. Old rolls of film, lots of slides from days long gone, caricatures, drawings by conference participants, pictures, even in oil. Everything was found, viewed, sorted.

The idea arose to sell some of the drawings and pictures. At a low price, hoping that one or the other work will find a fan, maybe right away, maybe for upcoming conferences, when we can “get started” again … after this terrible waiting position that limits us all so much.

Especially for the IHS, which has always been international, colorful, happy and turned towards people, it is a special challenge to be “so quiet”!

Already in the 60s, all kinds of countries were represented, Indian women were participants, Arab, Israeli participants among English, German, Danish, Finnish people who met and discussed here. How expensive must have been the journey to the Harz  region for the African delegation?

What particularly touched me when looking at and rearranging these photos: Photos of self-confident women, wearing traditional costumes or favorite pieces, in chic costumes, standing at the lectern, lively discussing and gesticulating, being heard! Participating in the activities around the IHS while having discussions, having a happy meal, going for a walk in nature, at times when women were simply overlooked elsewhere or at most viewed as “gems”. How colorful and beautiful the world of the IHS was back then! And how emancipatory and urbane!

It fills me with joy to be a part, many years later still, of this cosmos that connects people and makes differences interesting and not separating, but brings them together!

IHS in February 2021
Sylvia Wiedemann
Event organization