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Das Versprechen der Wildnis

 

Die europäische Philosophie thematisierte die Wildnis lange Zeit nur als etwas, das es zu überwinden, zu zivilisieren und zu kultivieren gilt.

Auch Philosoph*innen beteiligten sich (und beteiligen sich teilweise bis heute) an einem Kampf um Klarheit und Ordnung, der sich vor allem gegen das Wilde und die Wilden richtet. In dem Maße, in dem gesellschaftliche Modernisierung, Urbanisierung und Industrialisierung die letzten Reste einer wirklichen Wildnis aus unseren Landschaften verdrängt haben, wird die Wildnis von Philosoph*innen allerdings auch als Ort der Sehnsucht und des Widerstands gegen das neuzeitliche Projekt der Naturbeherrschung wiederentdeckt.

Seit Rousseau und den Romantikern wird erkannt, dass sich das Projekt der neuzeitlichen Naturbeherrschung zunehmend gegen den Menschen selbst richtet. Damit beginnt die Tradition eines genuin philosophischen Nature-Writings oder Wildnis-Denkens.

Im Seminar folgen wir den Spuren einer besonders einflussreichen amerikanischen Tradition des Wildnis-Denkens, die von Henry D. Thoreau über Aldo Leopold bis zu Gary Snyder reicht. Seit Thoreau werden Formen des Gehens in die Wildnis als philosophische Praxisform praktiziert, die sich mit einer civil disobedience verbindet, einem Widerstand gegen ein Leben unter dem Joch von politischer Herrschaft, Erwerbsarbeit und sozialer Kontrolle. Im Seminar lesen wir Schlüsseltexte der amerikanischen Philosophie der Wildnis, entwickeln und erkunden darüber hinaus aber auch mögliche philosophische Praxis-Formate, die uns einer Wildnis näherbringen können, sie in uns selbst realisieren lassen.

 

 

Termin: 03.05. – 06.05.2023

Tagungsleitung:
Nitya Julia Pages, Bildungsreferentin, Bad Harzburg

Tagungssprache: Deutsch

Tagungsbeitrag: folgt

Tagungsnummer: folgt

Tagungsprogramm: folgt

Anmeldung: folgt

 

English version

The promise of the wild

 

For a long time, European philosophy only addressed the wilderness as something to be conquered, civilized and cultivated.

Philosophers also participated (and in some cases still participate to this day) in a struggle for clarity and order, which is primarily directed against the wild and the savage. However, to the extent that social modernization, urbanization and industrialization have ousted the last remnants of a true wilderness from our landscapes, the wilderness is also being rediscovered by philosophers as a place of longing and resistance to the modern project of dominating nature.

Since Rousseau and the Romantics, it has been recognized that the modern project of dominating nature is increasingly directed against man himself. Thus begins the tradition of genuinely philosophical nature writing or wilderness thinking.

In the seminar we follow in the footsteps of a particularly influential American tradition of wilderness thinking, which stretches from Henry D. Thoreau to Aldo Leopold and Gary Snyder. Ever since Thoreau, forms of going into the wilderness have been practiced as a philosophical form of practice that combines with civil disobedience, a resistance to life under the yoke of political domination, gainful employment and social control. In the seminar we will read key texts of the American philosophy of wilderness, but we will also develop and explore possible philosophical practice formats that can bring us closer to a wilderness and allow us to realize it within ourselves.

 

Date: 03.05. – 06.05.2023

Conference program: coming soon

Registration: coming soon